Kreisverband Oberhavel der »Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken«. Anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Gegründet 2012 in Oranienburg.

Die »Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken« ist ein parteiunabhängiger Kinder- und Jugendverband in der Tradition der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Wir sind Selbstorganisation und Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen und ein nach § 75 KJHG anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.

Wir organisieren Kinder und Jugendliche ab 6 Jahre in Gruppen oder auch in offenen Angeboten in unseren Jugendeinrichtungen. Unsere pädagogische Arbeit basiert auf den Grundwerten des demokratischen Sozialismus.

Aus dem Selbstverständnis der SJD – Die Falken:

»Wir verstehen uns als Bildungs- und Erziehungsverband von jungen Menschen für junge Menschen. Demokratie, Partizipation und Selbstorganisation sind dabei grundlegende Prinzipien unserer Arbeit. Bei uns können sich junge Menschen ohne Zwang mit ihrer Umwelt und ihren Lebensumständen auseinandersetzen und Ideen für eine bessere Welt erarbeiten. Unser Ziel ist, dass dies selbstbestimmt, gleichberechtigt und unabhängig von Alter, zugeschriebenem Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Bildungsstand, finanziellen Möglichkeiten und in gleichberechtigter Art und Weise geschieht.«

»Erst Freiräume wie Gruppenstunden, Seminare, internationale Begegnungen, Zeltlager und viele offene Angebote ermöglichen Selbstverwirklichung durch Vorwegnahme und aktives Ausprobieren von alternativen Lebensweisen innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft. Autoritären Herrschaftsverhältnissen setzen wir aktiv Solidarität, Gleichberechtigung und die Überwindung von Vorurteilen entgegen.«

Geschichte des Verbandes

Unser Verband ist entstanden aus den Arbeiterjugendvereinen des frühen 20. Jahrhunderts und entwickelte sich in den Zwanziger Jahren (»Weimarer Republik«) zu den direkten Vorläuferorganisationen »Sozialistische Arbeiter-Jugend« (SAJ) und »Kinderfreunde«. In dieser Zeit entstand der Name »Rote Falken« für die Gruppen von Kinderfreunden und SAJ sowie das blaue Hemd und das rote Halstuch als Verbandskluft und der Gruß »Freundschaft!« – noch heute gehören sie zur Symbolik der Falken. Nach der Zeit des Faschismus und des Krieges wurden beide Vorgängerorganisationen in einem gemeinsamen Verband neu gegründet. Auf dem Gebiet der SBZ/DDR durften die Falken jedoch nicht gegründet werden, hier sollten sie sich der angeblich „überparteilichen“ späteren Staatsjugendorganisation FDJ („Freie“ Deutsche Jugend) anschließen. Um die Falken und Sozialdemokraten zu ködern, übernahm diese das blaue Hemd und den Gruß „Freundschaft“. Jedoch gingen die Falken nicht auf das „Angebot“ ein und arbeiteten dort, wo es möglich war, illegal – die Vorstellungen vom Sozialismus unterschieden sich in der Frage der demokratischen und individuellen Freiheitsrechte fundamental von den Vorstellungen der nun mithilfe von Moskau den Ton angebenden Kommunisten. In Berlin hatten die Falken offiziell eine Zulassung für die gesamte Stadt, wurden aber in Ostberlin immer größeren Verfolgungen ausgesetzt. Es gab zahlreiche Schauprozesse gegen Falken-Mitglieder in Ostberlin und der DDR und mit dem Mauerbau mussten die Falken-Aktivitäten im Osten gänzlich eingestellt werden. Erst nach der Wende 1989/1990 war eine Neugründung möglich.

In Oberhavel/Oranienburg wurde die offizielle Arbeit der Falkengruppen somit 1933 eingestellt und würde nun nach fast 80 Jahren wieder aufgenommen