Archive for the ‘Berichte’ Category

Internationale Begegnung und gemeinsame Kranzniederlegung am 9.November

Samstag, November 10th, 2012

Am Mittwoch, den 7.11. bekamen die Falken Oberhavel Besuch von ihrer israelischen Partnerorganisation Noar Oved (NOV). Die Delegation der fünfzehn Jugendlichen kam aus einem Jugendclub der arabischen Sektion unserer Schwesterorganisation in Deir el-Assad (Galiläa, nordöstlich von Haifa).

Die Noar Oved ist die „Lernende und Arbeitende Jugend“. Die der israelischen Gewerkschaftsbewegung („Histadrut“) entwachsene, 1924 gegründete Jugendorganisation ist mit etwa 100.000 Mitgliedern die größte Jugendbewegung in Israel und der einzige Jugendverband, in dem sich sowohl jüdische als auch arabische Israelis gemeinsam organisieren. Viele wichtige Personen des öffentlichen Lebens in Israel waren Mitglieder und Funktionär*innen der Noar Oved, so z. B. der amtierende israelische Präsident Shimon Peres oder der 1995 wegen seiner Friedenspolitik ermordete Ministerpräsident Jitzchak Rabin. International sind Noar Oved und die SJD – Die Falken gemeinsam mit Dutzenden anderen Kinder- und Jugendverbänden auf der Welt in der „International Falcon Movement“ (IFM) verbunden.

Gegen 11 Uhr begann die Begegnung mit einem gemeinsamen Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen. Dort lauschten wir einem Kurzvortrag über die Geschichte des Lagers auf Englisch, welcher von den Teamleiter*innen von Noar Oved für die Jugendlichen auf Arabisch übersetzt wurde. Danach erfolge eine kurze Besichtigung der Gedenkstätte.

Daran anschließend fuhren wir zum Schloss Oranienburg, wo wir wärmstens vom Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke und der Presse empfangen wurden. Ursprünglich war hier ein Spaziergang durch den Schlosspark geplant, das Wetter machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung! Daraufhin lud uns der Bürgermeister spontan in sein Büro ein, wo er uns einen kurzen Einblick in die Stadtgeschichte gab.

Freundschaft geht durch den Magen!

Danach  ging es dann zum Bürgerzentrum Oranienburg. Durch unsere fleißigen Helfer*innen aus Potsdam und der ansässigen Falken wurden unse Gaumen verwöhnt. Nachdem sich alle gestärkt hatten, ging es an die Aufarbeitung des Erlebten in Sachsenhausen und einen Austausch über die Arbeit der Falken Oberhavel vor Ort und der Noar Oved in Israel.

Gemeinsames Gedenken zum 9. November

Zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November nahmen wir an der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt und der Jüdischen Gemeinde Oranienburg teil. In der Havelstraße wurde, wie auch überall in Deutschland, ein jüdisches Gebetshaus in der Nacht zum 10.Novermber 1938 durch Angehörige von Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) zerstört. Eine eindringliche Rede zu den Schicksalen von den zahlreichen jüdischen Mitbürger*innen, die in der Nacht ermordet oder ihrer Existenz, sowie ihre kulturellen und religiösen Stätten beraubt wurden, hielt  Aubrey Pomerance,  stellvertretende Leiter des Archivs des Jüdischen Museums Berlin. Zusammen mit zahlreichen Akteur*innen legten wir einen gemeinsamen Kranz mit unseren israelischen Freund*innen am Mahnmal nieder.

Spontaner Protest gegen die NPD // KV Oberhavel war mit dabei!

Montag, Oktober 22nd, 2012

Wie kurzfristig bekannt wurde hatte die NPD vorgenommen in den Städten Pritzwalk (Prignitz), Wittstock und Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) „Mahnwachen“ abzuhalten. Also machten die Falken Brandenburg sich an diesem sonnigen Herbsttag auf um den Neonazis entgegen zu treten.  Zusammen mit engagierten Bürger*innen zeigten wir, dass die Nazis hier nicht erwünscht sind!

In ihren Kundgebungen heulten zehn Neonazis der NPD Neuruppin und Havel-Nuthe über steigende Benzinpreise und verteilten Flyer. Einen eingespielten Redebetrag spielten diese immer wieder ab in der Hoffnung, dass durch Wiederholung ihre revanchistischen Ideen der sog. „raumorientierten Politik“ im Gedächtnis der Bürger*innen eingebrannt werden. Damit langweilten sie jedoch eher die Protestierer*innen und die anwesende Polizeibeamt*innen zu Tode.

Ihre Kundgebung in Pritzwalk haben die Braunhemden verschlafen. 9:30 Uhr war dann doch mindestens eine Stunde zu früh für die völkische Horde. Da waren wir eindeutig besser, denn unserer Einschätzung, dass die das sowieso nicht hinkriegen rechtzeitig aufzustehen, hat sich als absolut korrekt erwiesen.

In Wittstock störten wir zusammen mit anderen Bürger*innen und Würdenträger*innen der Stadt mittels Fahnen, Sprechgesängen und Trillerpfeifen. Anschließend an die Kundgebung kehrten engagierte Bürger*innen und der Bürgermeister Gehrmann den braunen Dreck symbolisch von der Straße. Anstatt den Job der Starßenreinigung vorwegzunehmen, haben wir derweil den Markplatz von Nazi-Propaganda befreit.

In Rheinsberg wurde die Mahnwache der Neonazis von Protestierer*innen nahezu umstellt, was den Nationalsozialisten gar nicht gefiel. Ein riesiges Transparent der Stadt verschönerte die Sicht. Auch die Kurt-Tucholsky-Gesellschaft, die zum selben Tag in der Stadt tagte, schloss sich dem Protest an. Zum Ende der Kundgebung wurden die Neonazis mit dem Gedicht „Rosen auf den Weg gestreut“ verabschiedet.

Nationalsozialisten entgegentreten! Immer und überall!

Geschichte wird gemacht!

Dienstag, September 25th, 2012
Bildrechte: Noktalia http://www.flickr.com/photos/noktalia/

Bildrechte: Noktalia http://www.flickr.com/photos/noktalia/

Die Falken Oberhavel zeigten wieder, dass sie da sind!

Nach der Teilnahme am Kiezfest (09.06.2012) und am Stadtfest (16.06.2012) waren wir nun Veranstalter einer Geschichts- und Informationsveranstaltung. Knapp zwei Stunden lang referierte Michael Dehmlow über die wechselvolle Anfangszeit der Falken beginnend im Jahre 1904 bis zum Ende des deutschen Faschismus 1945.

Interessant waren natürlich die vielen Spaltungen und Entwicklungen hin zu den Falken, gerade in den ersten Jahren. Spannend waren die Konzepte der damaligen Falken-Vorgängerorganisationen, wonach es keine Geschlechtertrennung in den Lagern gab, sowie der klar auf Sozialismus ausgeprägte Kurs. Gerade das stieß zu der Zeit auf große Empörung.  Dehmlow zeigte auch, wie der Umgang innerhalb der verschiedenen Bünde mit der KPD, den „Linksabweichlern“ innerhalb der SPD und auch gegenüber der NSDAP war. Der Weg hin zu Widerstandshandlungen dauerte lang und erst ab 1929/1930 wehrte mensch innerhalb der sozialistischen Vereinigungen auch körperlich gegen SA-Angehörige. Leider, so auch eine Kritik von Dehmlow, gab es zu wenig Kontakt Bemühungen zu anderen linken antifaschistischen Verbänden bestehend aus kommunistischen, anarchistischen oder anarchosyndikalistischen Verbänden. Beziehungsweise, wenn es welche gab, wurde dies von den sozialistischen Dachverbänden mit Ausschluss bestraft.

Im Hauptteil der Veranstaltung ging er auf die vielfältigen kleinen Widerstandshandlungen ein. Ob es Propaganda in Form von Farbe mit Schablonen auf Straßen war, kleine Schnipsel oder einfach nur Zeitungen zum lesen – die Falken riskierten ihr Leben und leisteten Widerstand gegen den Faschismus. Exemplarisch zeigte Dehmlow den Widerstand in und um Hannover, wobei viele der damaligen Kämpfer*innen frühzeitig gefasst und ins KZ Sachsenhausen verbracht wurden. Auch zeigte er Verbindungen der damaligen Falken-Vorgängerorganisation zu bekannteren Widerstandsgruppen, wie der „Roten Kapelle“.

Als bekannte Persönlichkeiten der „Falken im Widerstand“ stellte er unter anderem Willy Brandt und Anton Schmaus vor. Der Name Anton Schmaus ist im vergangenen Jahr mehrfach auch bundesweit in der Presse erschienen. Hintergrund waren zwei Brandanschläge auf das Falkenhaus in Berlin-Neukölln, welches nach Anton Schmaus benannt ist. Anhand dieses Namens ist erkennbar – Falkenarbeit im Jahr 2012 hat immer noch die Pflicht sich gegen Faschismus und Ausgrenzung zu stellen, auch über den eigenen, sozialistischen Tellerrand hinaus.

Wir freuen uns schon auf weitere Veranstaltungen:

16.10. „Nationalismus. Alles Party, oder was?“ – Vortrag und Diskussion mit der Natufreundejugend Berlin

12.11. „Antisemitismus Heute“ – Vortrag und Diskussion mit Tobias Jaecker

26.11. Emanzipatorische Räume für Nazis?

17.12 „Wat’n hier los?“: Neonazismus in Oberhavel – ein Vortrag von lokalen Antifaschist*innen

Oberhavel Nazifrei: Bunte Vielfalt gewinnt in Velten!

Dienstag, September 4th, 2012

Falken machen Dampf gegen Nazis!

Mehr als 150 Menschen haben gestern in Velten den 72 Nazis klar gezeigt, dass auch in der Ofenstadt kein Platz für braune Einfalt ist. Das Bündnis „Oberhavel Nazifrei“ bedankt sich bei allen TeilnehmerInnen. Dass Nazis ausgerechnet am Weltfriedenstag demonstrierten, an dem traditionel an den Angriff Deutschlands auf Polen erinnert wird, empfanden die Vizepräsidentin des Landtages, Gerrit Große und die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete, Angelika Krüger-Leißner, dann auch als besonders unerträglich. In ihren Redebeiträgen forderten Sie ein Verbot der NPD und stellten klar, dass es eine gemeinsame Aufgabe aller engagierten Menschen, Gruppen und Parteien sei, dem braunen Spuk Einhalt zu gebieten. Genau dies gelang dann am Samstag auch dem Bündnis. Über der Demonstration wehten die Fahnen von Linken genauso wie von Sozialdemokraten, Gewerkschaften, Falken und Piraten. Die Veltener Gruppe „Mixed Pickels“ zeigte sich genauso mit kreativen Transparenten, wie auch die „Antifa Gruppe Oranienburg“. Unter den Teilnehmern waren dann auch der stellvertretende Ministerpräsident und Finanzminister Brandenburgs, Helmuth Markov, die Bürgermeisterin der Stadt Velten, Ines Hübener, die DGB-Vorsitzende Anke Stahl, sowie zahlreiche weitere bekannte MitbürgerInnen. Das am Rathaus über den Nazis hängende Transparent „Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt“ war ein klares Zeichen: gegen Rechtsradikale halten die Menschen in Oberhavel zusammen. Dies beweist auch die Tatsache, dass es das Bündnis innerhalb eines Tages geschaft hat, so viele Menschen zu mobilisieren. (mehr …)

Falken Oberhavel auf dem Kiezfest und dem Stadtfest – ein kleiner Bericht.

Samstag, Juni 23rd, 2012

Die Falken Oberhavel sind da! So hieß es schon bereits vor einigen Monaten. Nun konnten wir uns das erste Mal außerhalb des Internets präsentieren.

Zum Kiezfest direkt am Bürgerzentrum Oranienburg am 09.06.2012 konnten wir mit einem vielfältigen Angebot die Herzen der Kinder höher schlagen lassen. Zusammen mit dem Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt Oranienburg, dem Register Oberhavel, dem Lokalen Aktionsplan Oberhavel und dem Kreisjugendring durften Kinder T-Shirts endlich mal mit Farbe vollklecksen. Schnell waren alle T-Shirts vergriffen und verschiedenste Motive und Namen fanden ihren Weg auf bunte T-Shirts. Ein weiterer Renner waren unsere Buttonmaschinen. Ob Ponys, Prinzessinnen oder durchgestrichene Hakenkreuze – jede*r konnte und wollte sich Motive aussuchen und selber gestalten um diese nun stolz zu präsentieren. Natürlich gab es auch sportliches. Zwar mussten wir die Stelzen aus dem Verkehr ziehen (Splitter sind ätzend!), dafür tourten die Kinder mit den verschiedenen Pedalos durch die Gegend und erfreuten sich an Hula-Hoop Reifen. Der Wind war nicht so angenehm, doch immerhin war es nicht so regnerisch wie am 16.06.2012. Da fand das Stadtfest mit dem Drachenbootrennen statt. Zusammen mit den Protagonisten von vorheriger Woche, aber auch neuen Mitstreitern, wie dem Toleranten Brandenburg und der Stadt Oranienburg konnten wir ein großes Informationsangebot anbieten. Diesmal konnten wir leider die T-Shirts nicht anbieten, da es zu regnerische war. Doch gerade die Pedalos kamen bei klein, aber auch bei groß super an. Selbst der Kurfürst versuchte sein Glück – mit Hilfe der Kurfürstin auf den Pedalos.

Am Ende können wir auf anstrengende, aber durchaus schöne zwei Wochen gucken. Da wir derzeit noch über keinen stationären Ort verfügen, werden wir wohl weiterhin erstmal auf Festen und Märkten zu finden sein.

Darüber hinaus, werden wir in der zweiten Hälfte des Jahres einige politische Informationsveranstaltungen mit Kooperationspartner*innen durchführen. Da freuen wir uns natürlich auch über Besuch.