Am Mittwoch, den 7.11. bekamen die Falken Oberhavel Besuch von ihrer israelischen Partnerorganisation Noar Oved (NOV). Die Delegation der fünfzehn Jugendlichen kam aus einem Jugendclub der arabischen Sektion unserer Schwesterorganisation in Deir el-Assad (Galiläa, nordöstlich von Haifa).

Die Noar Oved ist die „Lernende und Arbeitende Jugend“. Die der israelischen Gewerkschaftsbewegung („Histadrut“) entwachsene, 1924 gegründete Jugendorganisation ist mit etwa 100.000 Mitgliedern die größte Jugendbewegung in Israel und der einzige Jugendverband, in dem sich sowohl jüdische als auch arabische Israelis gemeinsam organisieren. Viele wichtige Personen des öffentlichen Lebens in Israel waren Mitglieder und Funktionär*innen der Noar Oved, so z. B. der amtierende israelische Präsident Shimon Peres oder der 1995 wegen seiner Friedenspolitik ermordete Ministerpräsident Jitzchak Rabin. International sind Noar Oved und die SJD – Die Falken gemeinsam mit Dutzenden anderen Kinder- und Jugendverbänden auf der Welt in der „International Falcon Movement“ (IFM) verbunden.

Gegen 11 Uhr begann die Begegnung mit einem gemeinsamen Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen. Dort lauschten wir einem Kurzvortrag über die Geschichte des Lagers auf Englisch, welcher von den Teamleiter*innen von Noar Oved für die Jugendlichen auf Arabisch übersetzt wurde. Danach erfolge eine kurze Besichtigung der Gedenkstätte.

Daran anschließend fuhren wir zum Schloss Oranienburg, wo wir wärmstens vom Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke und der Presse empfangen wurden. Ursprünglich war hier ein Spaziergang durch den Schlosspark geplant, das Wetter machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung! Daraufhin lud uns der Bürgermeister spontan in sein Büro ein, wo er uns einen kurzen Einblick in die Stadtgeschichte gab.

Freundschaft geht durch den Magen!

Danach  ging es dann zum Bürgerzentrum Oranienburg. Durch unsere fleißigen Helfer*innen aus Potsdam und der ansässigen Falken wurden unse Gaumen verwöhnt. Nachdem sich alle gestärkt hatten, ging es an die Aufarbeitung des Erlebten in Sachsenhausen und einen Austausch über die Arbeit der Falken Oberhavel vor Ort und der Noar Oved in Israel.

Gemeinsames Gedenken zum 9. November

Zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November nahmen wir an der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt und der Jüdischen Gemeinde Oranienburg teil. In der Havelstraße wurde, wie auch überall in Deutschland, ein jüdisches Gebetshaus in der Nacht zum 10.Novermber 1938 durch Angehörige von Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) zerstört. Eine eindringliche Rede zu den Schicksalen von den zahlreichen jüdischen Mitbürger*innen, die in der Nacht ermordet oder ihrer Existenz, sowie ihre kulturellen und religiösen Stätten beraubt wurden, hielt  Aubrey Pomerance,  stellvertretende Leiter des Archivs des Jüdischen Museums Berlin. Zusammen mit zahlreichen Akteur*innen legten wir einen gemeinsamen Kranz mit unseren israelischen Freund*innen am Mahnmal nieder.