Archive for August, 2012

Velten – Nazidemo wegzaubern

Freitag, August 31st, 2012
Egal ob Sportanlagen, Straßen oder Plätze – Unsere Städte und Gemeinden sind Orte des Miteinanders. Platz für Rassismus, Faschismus und Ausgrenzung jeglicher Art können sie daher nicht bieten. In Velten haben der Rugbyclub und die Stadt den Nazis für ein „Nationales Fussballturnier“ eine klare Absage erteilt. Gleiches gilt nun auch für die Straßen und Plätze. Wenn die NPD nun am Weltfriedenstag in der Ofenstadt aufmarschieren will, so kann das nur ein Schuss in den Ofen werden. Wir, das Bündnis Oberhavel Nazifrei, rufen daher alle Bewohner_innen Oberhavels auf, den Nazis am 1. September in Velten die Stirn zu bieten. Wer helfen möchte unsere Straßen frei vom braunen Unrat zu halten, ist eingeladen, morgen ab 17:30 Uhr in der Rathausstraße die NPD bunt, lautstark und entschlossen wegzuzaubern.

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Vortrag und Diskussion

Mittwoch, August 15th, 2012
17. Dezember 2012
19:00bis21:50

„Wat’n hier los?“: Neonazismus in Oberhavel – ein Vortrag von lokalen Antifaschist*innen
im Bürgerzentrum Oranienburg (Albert-Buchmann-Straße 17, 16515 Oranienburg)

Am 17.12.1992 wurde Hans-Jochen Lommatsch (51) von Neonazis auf einem Parkplatz in Oranienburg ermordet. Lommatsch war einer von 169 Menschen, die seit der Wende in der Bundesrepublik Deutschland durch neonazistische Gewalt ermordet wurden. Allein in Brandenburg starben 31 Menschen. Auch wenn es seit 1992 keinen weiteren neonazistischen Mord in Oranienburg gab, stellen Neonazis bis heute eine große Gefahr für Gesellschaft und jedermensch dar. Um Neonazis effektiv bekämpfen zu können, sie zu bedrängen, so dass sie sich nicht sicher fühlen und eine Hegemonie schaffen können, muss man Ross und Reiter bei Namen nennen. Mit der Veranstaltung wollen Antifaschist*innen aus Oberhavel einen Einblick in die Neonaziszene und Neonazistrukturen des Landkreises gewähren.

Diskussion

Mittwoch, August 15th, 2012
26. November 2012
19:00bis21:50

Emanzipatorische Räume für Nazis?
im Bürgerzentrum Oranienburg (Albert-Buchmann-Straße 17, 16515 Oranienburg)

Soll durch Jugendarbeit Gleichberechtigung und Mitbestimmung unterstützt  werden – oder diskriminierendes Dominanzverhalten von selbsternannten  Herrenmenschen? Die gesetzliche Grundlage sieht ersteres vor.  Nazis wollen  hingegen Angsträume, die demokratisches Handeln verhindern sollen.

Es gibt in Oranienburg Jugendliche, die eine Kultur der sozialen Gerechtigkeit  leben wollen. Dafür ist ein Jugendtreff ein geeigneter, pädagogisch sinnvoller  Ort. Eine Zusammenarbeit mit Nazi-Jugendlichen würde das allerdings unmöglich  machen, weil sie – mit rassistischer und sexistischer Ideologie ausgestattet – gegen eine emanzipatorische Kultur kämpfen.

Akzeptierende Jugendarbeit mit rechtsorientierten Jugendlichen fördert ihre  Dominanzkulur, schafft Orte für Rekrutierung und Mobilisierung, inklusive Proberäume für Nazibands. Aus diesen Fehlern muss gelernt werden!

Vortrag und Diskussion

Mittwoch, August 15th, 2012
16. Oktober 2012
19:00bis22:00

„Nationalismus. Alles Party, oder was?“ – Vortrag und Diskussion mit der Natufreundejugend Berlin
Bürgerhaus „Alte Feuerwache“ (Haupstraße 3, 16761 Hennigsdorf)

Spätestens dann wenn Fußball-WM oder EM ist, wird er raus geholt: der Stoff in den Farben der deutschen Trikolore. Und dann feiern alle harmonisch die Siege oder beweinen gemeinsam die Niederlagen. Und das Schönste: Die Migrant_innen feiern bzw. trauern eben mit. Von der einst hässlichen Fratze des Deutschen ist nichts mehr übrig geblieben. So will es die deutsche Öffentlichkeit, so berichten es stets die deutschen Medien.

Mit den gesellschaftlichen Realitäten hat dieses Zerrbild fürchterlich wenig zu tun. Diese werden konsequent ausgeblendet, hat doch die Partynation Deutschland eine andere Mission: Endlich wieder ein positives Deutschlandbild zeichnen und ein wohliges Deutschlandgefühl zaubern. Deutschland sei längst nicht mehr ein Hort von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus. Und ein bisschen stolz sein, dürfe man doch längst wieder.

Doch auch hier ist es, wie fast immer: Dadurch dass (fast) alle das Eine behaupten, ist es noch lange nicht richtig. Dies wollen wir mit Euch diskutieren.

Vortrag

Mittwoch, August 15th, 2012
24. September 2012
19:00bis21:50

„Die Sozialistische Front – Falken im Widerstand gegen den Faschismus“ –  ein Vortrag von Michael Dehmlow
im Großen Saal des Bürgerzentrums (Albert-Buchmann-Straße 17, 16515 Oranienburg)

Die Sozialistische Front war von 1933 – 1936 die größte linkssozialdemokratische und sozialistische Widerstandsorganisation in Nazi-Deutschland. Mehr als 1000 Menschen beteiligten sich an den Widerstandsaktionen. Die Gruppe bestand hauptsächlich aus ehemaligen Mitgliedern der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), der Vörläufer*innenorganisation der Falken. Die Gruppe flog 1936 durch Verrat auf und über 300 Mitglieder wurden verhaftet, mindestens drei Menschen wurden von den Nazis umgebracht. Franz Nause, ehemalige Helfer einer hannoverschen Kinder- und Jugendgruppe starb 1943 im Zuchthaus Brandenburg.

Die Sozialistische Front ist ein Beispiel für das Engagement sozialistischer Jugendlicher gegen den Nationalsozialismus auch unter gefährlichen Bedingungen. Sie standen für die Idee eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz und gegen die menschenverachtende Ideologie der Volksgemeinschaft. Im Rahmen der Veranstaltung wollen wir auf verschiedene Gruppen des sozialistischen Widerstands eingehen, z.B. auch auf die „Revolutionären Sozialisten Deutschlands“, den Roten Stoßtrupp“ oder die „Gruppe NeuBeginnen“. Die bürgerliche Geschichtsschreibung in Westdeutschland und die stalinistische in Ostdeutschland haben diese Gruppen nach 1945 totgeschwiegen und aus ideologischen Gründen andere Widerstandsgruppen bevorzugt. Aus Sicht der Sozialistischen Jugend heute, ist es ein Anliegen an die Genossinnen und Genossen von einst zu erinnern und ihren Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung angemessen zu würdigen.

 

* Michael Dehmlow ist seit Juni 2009 Bundessekretär für den Aufgabenbereich Beratung und Vernetzung von Gliederungen der Sozialistischen Jugend Deutschlands (SJD) „Die Falken“.Vor seinem Engagement im Bundesbüro war Michael viele Jahre im Bezirksverband Hannover aktiv und vor seinem Wechsel nach Berlin dort politischer Sekretär. Michael berät euch gerne in allen finanziellen und organisationspolitischen Fragen.

Vortrag und Diskussion

Mittwoch, August 15th, 2012
12. November 2012
19:00bis23:00

„Antisemitismus Heute“ – Vortrag und Diskussion mit Tobias Jaecker
im Bürgerzentrum Oranienburg (Albert-Buchmann-Straße 17, 16515 Oranienburg)

Antisemitismus hat Konjunktur: „Die Juden“ werden beschuldigt, weltweit Kriege anzuzetteln und bei der Finanzkrise die Strippen zu ziehen. Außerdem wird ihnen vorgeworfen, die Deutschen mit der NS-Vergangenheit und dem Holocaust moralisch und politisch zu erpressen. Bei der Veranstaltung soll gezeigt werden, welche Stereotype und Denkstrukturen im Ressentiment gegen „die Juden“ stecken und warum der Antisemitismus in Deutschland so erfolgreich ist.

* Tobias Jaecker ist deutscher Journalist und Sachbuchautor. Er hält Vorträge und Seminare zu den Themen Antisemitismus, Antiamerikanismus und Verschwörungstheorien.

Laut Jaecker reduzieren Verschwörungstheoretiker komplexe Vorgänge auf simple, überschaubare Zusammenhänge und unterstellen, dass unsichtbare Mächte die Weltgeschichte lenken. Die nach dem 11. September 2001 erhobenen Vorwürfe gegen die „Öl-Mafia“ oder Berater der US-Regierung seien von den Mutmaßungen eines Jan van Helsing oft nicht weit entfernt. Dabei würden offizielle Untersuchungsergebnisse und Verlautbarungen nur als Beweise für die Plausibilität der eigenen, entgegengesetzten Theorien gewertet. Jaecker kritisiert Autoren wie Mathias Bröckers und Gerhard Wisnewski. Diese würden, Bröckers dabei etwas ironischer als andere, nach einem typischen verschwörungstheoretischen Muster vorgehen.

Ausstellung: »Synagogen in Brandenburg« – Auf Spurensuche

Mittwoch, August 15th, 2012

Die zuvor im Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte gezeigte Ausstellung »Synagogen in Brandenburg – Auf Spurensuche« wird vom 26. August bis 9. November im Oranienburger Bürgerzentrum zu sehen sein. Begleitet wird sie von einem  informativen Programm (siehe unten) aus Führungen, Vorträgen, Diskussionen und Lesungen.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Bürgerzentrums zugänglich:

Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr,

Freitag 8 bis 16 Uhr (Samstag und Sonntag nur zu Sonderöffnungen).

Informationen zur Ausstellung

In den heutigen Grenzen Brandenburgs gab es bis in die 1930er-Jahre in mehr als 50 Städten und Gemeinden Sy­nagogen, die von jüdischem Leben zeugten. Fanden seit dem frühen Mittelalter jüdische Gottesdienste meist in Privathäusern statt, entstanden seit Anfang des 19. Jahrhunderts stattliche Bauten im Stil der Epoche. Manche Synagogen wurden durch Abwanderung bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wieder aufgegeben. Andernorts wuchs die Gemeindezahl und mit ihr die Versammlungsstätte für Gottesdienst, Feierlichkeiten, Lehre und Studium. Die Mehrzahl der Synagogen wurde in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt oder, sofern sie unmittelbar an Nachbarhäuser grenzten, derart zerstört, dass sie ihrer Funktion als Versammlungs-, Lern- und Gebetsstätte beraubt waren und fortan nicht weiter genutzt werden konnten. Dies war seit 1933 ein weiterer Schritt zur systematischen Verfemung und Vertreibung der Juden sowie zur Zerstörung von Zeugnissen jüdischer Kultur und Religion – nicht allein in Brandenburg.

Gottesdienst an einem Feiertag in der Synagoge in Lehnitz zw. 1934 und 1938 (Foto: Jüd. Museum Berlin) 

Gottesdienst in der Synagoge des Jüd.
Erholungsheims Lehnitz zw. 1934 und 1938
(Foto: Jüd. Museum Berlin)


Nach der Teilung Deutschlands 1945 tat die politische Führung der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. späteren DDR ein Übriges, die ehemaligen Stätten jüdischen Gemeindelebens der Vergessenheit anheimzugeben und damit einer kollektiven Erinnerung zu entziehen. Nur langsam und längst nicht an allen Orten wurde des einstigen jüdischen Lebens erinnert. Bis heute sind in manchen Orten jene Spuren fast vollständig verwischt, an anderen hingegen wieder sichtbar gemacht.

Dank der regionalen Archive und Museen, aber auch dank Brandenburger Bürger konnte eine Reihe von authen­tischen Exponaten zusammengetragen werden, die Zeugnis geben von der jahrhundertelangen jüdischen Präsenz zwischen Prignitz und Oderbruch, Uckermark und Lausitz.

Das Ausstellungsteam, das aus Potsdamer Studierenden der Geschichte, der Jüdischen Studien und angehenden Lehrerinnen und Lehrern besteht, möchte die Besucherinnen und Besucher dieser Ausstellung einladen, sich gemeinsam auf Spurensuche zu begeben und mehr über Traditionen und Rituale jüdischen Gemeindelebens und über die Synagoge als Ort der Versammlung, der Lehre, des Lernens und des Gebetes zu erfahren.

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