Die zuvor im Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte gezeigte Ausstellung »Synagogen in Brandenburg – Auf Spurensuche« wird vom 26. August bis 9. November im Oranienburger Bürgerzentrum zu sehen sein. Begleitet wird sie von einem  informativen Programm (siehe unten) aus Führungen, Vorträgen, Diskussionen und Lesungen.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Bürgerzentrums zugänglich:

Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr,

Freitag 8 bis 16 Uhr (Samstag und Sonntag nur zu Sonderöffnungen).

Informationen zur Ausstellung

In den heutigen Grenzen Brandenburgs gab es bis in die 1930er-Jahre in mehr als 50 Städten und Gemeinden Sy­nagogen, die von jüdischem Leben zeugten. Fanden seit dem frühen Mittelalter jüdische Gottesdienste meist in Privathäusern statt, entstanden seit Anfang des 19. Jahrhunderts stattliche Bauten im Stil der Epoche. Manche Synagogen wurden durch Abwanderung bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wieder aufgegeben. Andernorts wuchs die Gemeindezahl und mit ihr die Versammlungsstätte für Gottesdienst, Feierlichkeiten, Lehre und Studium. Die Mehrzahl der Synagogen wurde in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt oder, sofern sie unmittelbar an Nachbarhäuser grenzten, derart zerstört, dass sie ihrer Funktion als Versammlungs-, Lern- und Gebetsstätte beraubt waren und fortan nicht weiter genutzt werden konnten. Dies war seit 1933 ein weiterer Schritt zur systematischen Verfemung und Vertreibung der Juden sowie zur Zerstörung von Zeugnissen jüdischer Kultur und Religion – nicht allein in Brandenburg.

Gottesdienst an einem Feiertag in der Synagoge in Lehnitz zw. 1934 und 1938 (Foto: Jüd. Museum Berlin) 

Gottesdienst in der Synagoge des Jüd.
Erholungsheims Lehnitz zw. 1934 und 1938
(Foto: Jüd. Museum Berlin)


Nach der Teilung Deutschlands 1945 tat die politische Führung der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. späteren DDR ein Übriges, die ehemaligen Stätten jüdischen Gemeindelebens der Vergessenheit anheimzugeben und damit einer kollektiven Erinnerung zu entziehen. Nur langsam und längst nicht an allen Orten wurde des einstigen jüdischen Lebens erinnert. Bis heute sind in manchen Orten jene Spuren fast vollständig verwischt, an anderen hingegen wieder sichtbar gemacht.

Dank der regionalen Archive und Museen, aber auch dank Brandenburger Bürger konnte eine Reihe von authen­tischen Exponaten zusammengetragen werden, die Zeugnis geben von der jahrhundertelangen jüdischen Präsenz zwischen Prignitz und Oderbruch, Uckermark und Lausitz.

Das Ausstellungsteam, das aus Potsdamer Studierenden der Geschichte, der Jüdischen Studien und angehenden Lehrerinnen und Lehrern besteht, möchte die Besucherinnen und Besucher dieser Ausstellung einladen, sich gemeinsam auf Spurensuche zu begeben und mehr über Traditionen und Rituale jüdischen Gemeindelebens und über die Synagoge als Ort der Versammlung, der Lehre, des Lernens und des Gebetes zu erfahren.

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Begleitprogramm Synagogen-Ausstellung

D A S    B E G L E I T P R O G R A M M

01.09.2012 | 16:00 Uhr

»Korczak« – Musical von Nick Stimson und Chris Williams, in einer Konzertfassung von Roberto Skolmowski | Aufgeführt von der Opera i Filharmonia Podlaska-European Art Centre in Białystok

Das 2011 in London uraufgeführte Musical erzählt die Geschichte von Janusz Korczak und seinem Waisenhaus in Warschau während der deutschen Besatzung. [mehr]

Ort: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen – Neues Museum

Tickets erhältlich an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online bei TiXOO.

03.09.2012 | 18:00 Uhr
Vortrag und Diskussion
»Jüdisches Leben in Oranienburg von 1680 bis 1812«
Ort: Bürgerzentrum, Albert-Buchmann-Str. 17

 

10.09.2012 | 16:00 Uhr
Besichtigung des jüdischen Friedhofes in Oranienburg
Treffpunkt: Kremmener Str. vor dem Friedhof

 

16.09.2012 | 16:00 Uhr

Livekonzert – Esther Bejarano & Microphone Mafia: »Per la vita«

Esther Bejarano, seit 2012 Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes, ist eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters im Konzentrationslager Auschwitz. Gemeinsam mit ihren Kindern singt sie antifaschistische und jiddische Lieder. Rapper der Kölner Band “Microphone Mafia”, haben die Musik der Bejaranos gesampelt und neue Lieder geschrieben, die sie nun gemeinsam live präsentieren. Esther Bejarano berichtet auch über ihr Leben.

Sie ist Mitbegründerin des Auschwitzkomitees in Deutschland sowie Ehrenvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.)

Ort: Gut Liebenberg (Löwenberger Land / OT Liebenberg) – im historischen Rinderstall
Weitere Informationen bei www.liebenberg-libertas.com

01.10.2012 | 16:00 Uhr
Stadtführung zu Orten des jüdischen Lebens in Oranienburg
Treffpunkt: Havelstr. 6 vor dem Kreistagssaal

 

08.10.2012 | 16:00 Uhr
Besichtigung des jüdischen Friedhofes in Oranienburg
Treffpunkt: Kremmener Str. vor dem Friedhof

 

12.10.2012 | 16:00 Uhr
Vortrag und Diskussion
»Die jüdische Gemeinde in Oranienburg 2000 bis heute«
Ort: Jüdische Gemeinde in der Sachsenhausener Straße 2

 

15.10.2012 | 18:00 Uhr
Vortrag und Diskussion
»Jüdisches Leben in Oranienburg von 1812 bis 1933«
Ort: Bürgerzentrum, Albert-Buchmann-Str. 17

 

28.10.2012 | 9:30 Uhr
Vortrag, Präsentationen und Ausstellung
»Wie sich das jüdische Leben und das Zusammenleben von Menschen mit
unterschiedlicher religiöser Anschauung in den letzten 200 Jahren gestaltet und gewandelt hat«
Ort: Orangerie im Schlosspark, Kanalstr. 26a
29.10.2012 | 16:00 Uhr
Stadtführung zu Orten des jüdischen Lebens in Oranienburg
Treffpunkt: Havelstr. 6 vor dem Kreistagssaal
05.11.2012 | 18:00 Uhr
Vortrag und Diskussion – mit Buchvorstellung von Hans Biereigel:

»Jüdisches Leben in Oranienburg von 1933 bis 1945«
Ort: Bürgerzentrum, Albert-Buchmann-Str. 17
08.11.2012 | 19:30 Uhr
Lesung – Henryk M. Broder: »Vergesst Auschwitz!«
„Der Deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage“ lautet der Untertitel des neuen Buches von Henryk M. Broder, das der streitbare und bisweilen polarisierende deutsch-jüdische Autor nun vorstellt.
Ort: Orangerie im Schlosspark, Kanalstr. 26a
Karten unter (03301) 600-8111

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K O N T A K T   /   W E I T E R E   I N F O S

Der Folder zur Ausstellung (PDF-Datei)

 

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf:
www.synagogen-in-brandenburg.de

Informationen zu Führungen und pädagogischem Begleitprogramm im Bürgerzentrum unter Tel. 03301/ 20 41 86 und per E-Mail: buergerzentrum.oranienburg@gmx.de