»Am vergangenen Freitag (, den 24.02.2011,) hat sich der neue Kreisverband Oberhavel der „Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken“ gegründet. Unter Beteiligung des Landesverbandes wurde eine konstituierende Sitzung abgehalten, bei der die Satzung beschlossen und der Kreisvorstand sowie eine Kontrollkommission gewählt wurden.

Die SJD – Die Falken ist ein bundesweit tätiger Kinder- und Jugendverband, der aus der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung hervorgegangen ist und nunmehr auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken kann. Er ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kindern und Jugendlichen und organisiert Gruppenarbeit in Stadtteilen, Zeltlager und Ferienfreizeiten, Jugendhäuser und Musikveranstaltungen, Seminare und Aktionen.

Mit der Gründung des Kreisverbandes wollen die „Falken“ die Tradition der demokratisch-sozialistischen Kinder- und Jugendarbeit ihrer Vorgängerorganisation wieder aufnehmen, die mit der Verfolgung durch die Nazis 1933 auch in unserer Region gewaltsam beendet wurde. Nach 1945 setzte sich die Verfolgung in Ostdeutschland fort, wo die Arbeit der „Falken“ nicht wieder aufgenommen werden durfte – stattdessen bemächtigte sich die Staatsjugend FDJ der Symbolik der „Falken“: dem blauen Hemd und dem Gruß „Freundschaft“. Jugendliche, die sich bei den „Falken“ in Berlin organisierten, wurden verfolgt und teilweise sogar in die Sowjetunion verschleppt. Vor knapp zwei Jahren erst gab es zu diesem Teil der „Falken“-Geschichte eine eindrucksvolle Ausstellung des Berliner Stasi-Beauftragten im Oranienburger Landratsamt, die auch von der Brandenburger Landesbeauftragten Ulrike Poppe unterstützt wurde.

Heute wollen die „Falken“ als parteiunabhängiger Jugendverband eine weitere linke, emanzipatorische Strömung in Oberhavel etablieren. Gemeinsam wollen sie die eigenen Mitglieder und andere Jugendliche politisch bilden und ihren Teil zu einer selbstbestimmten Jugendkultur in der Region beitragen. Dazu gehört auch, ein politisches Bewusstsein bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu schaffen und sie zur Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen zu befähigen.

Langfristiges Ziel der „Falken“ ist es, einen emanzipatorischen, linken Freiraum zu schaffen, in dem Jugendliche und junge Erwachsene selbstbestimmt agieren und an diesem aktiv partizipieren können. Damit soll auch ein Schutzraum entstehen, in dem Jugendliche unserer Region nicht mehr von Neonazis belästigt oder bedrängt werden können. Durch die „Falken“ Oberhavel soll die Jugendsozialarbeit vor Ort bunter und auch ein Stück politischer werden. Dabei wollen die jungen Sozialistinnen und Sozialisten aber nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung auftreten. Eine Zusammenarbeit mit anderen Akteur_innen vor Ort ist ausdrücklich gewollt und soll zum einen eine starke linke Jugendbewegung sowie zum anderen generell eine Stärkung der Jugendsozialarbeit in Kooperation mit den anderen anerkannten freien Trägern der Jugendhilfe ermöglichen.«


In diesem Sinne: Freundschaft!